11.10.09

Spermien beeinflussen Genetik mehr als gedacht

 

Das in der Samenflüssigkeit enthaltene Spermium hat neben der Weitergabe von Erbmaterial weitaus mehr Funktionen, zeigen Forscher an der Klinik und Poliklinik für Urologie, Kinderurologie und Andrologie der Universität Gießen. Gemeinsam mit britischen Kollegen konnten sie nachweisen, dass Spermien auch bestimmte epigenetische Faktoren auf die befruchtete Eizelle übertragen. Diese beeinflussen die Expression von Genen, ohne dabei das Erbgut selbst zu verändern.

"Die Rolle des Spermiums in der Befruchtung wird durchaus kontrovers diskutiert", erklärt Studienleiter Klaus Steger. Lange Zeit habe man angenommen, dass es der Eizelle lediglich das väterliche Erbgut zur Verfügung stelle aber ansonsten aufgrund seiner im Vergleich zur Eizelle geringen Größe keine Funktion für die Entwicklung des Embryos besitze. "Die geringe Größe des Spermiums beruht auf einem Austausch DNA-bindender Proteine, sogenannter Histone, gegen Protamine. Dadurch benötigen sie für die Speicherung des Erbmaterials nur ein Zehntel des Raumes, den dieselbe Information in einer normalen Körperzelle oder auch einer Eizelle erfordert."

Mögliche Funktion

Die jüngsten Forschungen weisen darauf hin, dass das Spermium mit der Befruchtung der Eizelle seine Schuldigkeit noch nicht getan hat. Denn der Austausch von Histonen gegen Protamine, der während der Spermiumentwicklung erfolgt und für die Verpackung des väterlichen Erbguts verantwortlich ist, geschieht nicht vollständig, sondern nur zu 80 bis 90 Prozent. "Wir stellten uns die Frage, welche Funktion der verbleibende Rest besitzt", so Steger. Vieles deutet darauf hin, dass epigenetische Faktoren die an die Resthistone gebundenen Gene in deren Ausprägung in der Eizelle beeinflussen. "Das könnte der Grund dafür sein, dass sich ein Embryo, der nach einer erfolgreichen künstlichen Befruchtung in eine Gebärmutter eingesetzt wird, häufig nicht weiterentwickelt und abstirbt", vermutet der Gießener Urologe.

Epigenetische Faktoren beeinflussen die Expression von Genen direkt über das Erbgut und indirekt über die Histone. Sie werden wie Erbschädigungen vererbt, sind jedoch umkehrbar. "Diese Reversibilität stellt einen großen Unterschied zur Genetik dar und macht das Untersuchungsfeld viel weiter." Dass man Mechanismen der Epigenetik bereits in naher Zukunft von außen beeinflussen könne, bezweifelt Steger jedoch. "Selbst vom Verständnis ihrer Auswirkung in der frühen Embryonalentwicklung sind wir noch mehr als ein Jahrzehnt entfernt. Der Wissenschaftszweig ist eben noch sehr jung." Durch ihre Erkenntnis hoffen die Forscher, langfristig zur Verbesserung der Diagnose von männlicher Unfruchtbarkeit und zur Prognose von assistierten Reproduktionstechniken beizutragen.

Quelle: Der Standard

27.9.09

Heterologe Insemination wird nicht von der Kasse bezahlt

Wer als unfruchtbarer Mann eine künstliche Befruchtung seiner Frau mit einem Fremdsamen wünscht, kann die Kosten dafür nicht vom privaten Krankenversicherer ersetzt bekommen. Das hat das Landgericht Mannheim (AZ: 1 S 78/09) entschieden. Da der Körper des Mannes in diesem Fall nicht in der Lage war, eigene Samenzellen zu produzieren, wird eine biologisch nicht vorhandene oder eingeschränkte Körperfunktion eben gerade nicht ersetzt. Auch wird durch eine Fremdsamenspende die Krankheit des Klägers weder gelindert noch geheilt, sodass keine Heilbehandlung anzunehmen ist, die der Versicherer bezahlen muss.

17.8.09

Hilft Operation bei Varikozele?

 

Die Kinderwunsch-News nehmen sich eines Themas an, welches seit Jahren umstritten und offenbar immer noch nicht geklärt ist: Die Operation der Varicozele.
Es ist jedoch immer noch umstritten, ob diese Operation tatsächlich zu einer verbesserten Fruchtbarkeit führt und auch die Ergebnisse der dazu publizierten Studien sind uneinheitlich oder werden unterschiedlich interpretiert, wie es auch im Theorie-Teil zum Thema Varikozele ausführlich beschrieben wird. Interessant ist in der dort zitierten Literaturübersicht, dass der Empfehlungen des Arbeitskreis Andrologie der Deutschen Gesellschaft für Urologie die Indikation für diese Operation großzügig stellt, obwohl die Cochrane Database Analyse der kontrollierten Studien zu diesem Thema zeigt, dass Schwangerschaften nach einer solchen Operation nicht häufiger auftreten als ohne.

Schlechte Spermien durch Hodenkrampfader?

14.8.09

Hodenkrampfader: Operation verbessert Fruchtbarkeit nicht

 

Die Behandlung einer Varikozele erhöht einer Studie zufolge nicht die Chance auf eine Schwangerschaft. So zeugten Männer, die einen Krampfaderbruch im Hodensack operativ behandeln ließen, im Durchschnitt nicht mehr Kinder als diejenigen ohne Behandlung.


Das ergab eine Untersuchung von niederländischen Forschern der Cochrane Collaboration, die mehrere Studien mit insgesamt rund 600 Teilnehmern auswerteten. Bereitet die Varikozele keine größeren Beschwerden, sei von einer Operation daher eher abzusehen, rät das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) in Köln. Denn jeder chirurgische Eingriff berge Risiken.
Eine Varikozele ist ein unnatürlich vergrößertes Venengeflecht im Hodensack. Sie tritt in den Venen auf, die das Blut aus dem Hoden leiten, erklärt das IQWIG. Ist der Blutabfluss gestört, könne das Blut in den Hodensack zurückfließen, wodurch die Vene anschwellen und dauerhaft vergrößert bleiben könne. Varikozelen seien sehr verbreitet und träten besonders häufig bei Männern mit einer eingeschränkten Fruchtbarkeit auf. Die Experten betonen, dass künftige Studien in Bezug auf die Chance einer Schwangerschaft zu anderen Ergebnissen kommen könnten.


Es sei wissenschaftlich nicht abschließend geklärt, auf welche Weise eine Varikozele die Fruchtbarkeit stören kann, fügt das Institut hinzu. Manche Theorien besagten, dass der Hoden deswegen schlechter durchblutet wird und infolge dessen die Qualität der Spermien nachlässt. Andere gingen davon aus, dass durch das erhöhte Blutvolumen die Temperatur im Hoden steigt und dadurch die Spermienproduktion beeinträchtigt werden könnte.

30.6.09

AFP: Studie: Profiradfahrer haben nur noch ein Zehntel normale Spermien

 

Vermutet wird es schon seit Jahren, jetzt haben spanische Wissenschaftler den Nachweis erbracht: Radrennfahrer machen sich durch das viele Training ihre Spermien kaputt. Die Forscher von der Universität Cordoba untersuchten den Samen von 15 spanischen Triathleten - Sportlern, die einen Dreikampf im Laufen, Schwimmen und Radfahren austragen, wie es in der am Montag vorgestellten Studie hieß. Dabei hätten sie festgestellt, dass das Sperma umso schlechter war, je mehr Zeit die Männer auf dem Sattel verbrachten.

Bei sämtlichen Triathleten habe nicht einmal mehr ein Zehntel der Spermien ein normales Erscheinungsbild gehabt, erklärte die Wissenschaftlerin Diana Vaamonde. Die Männer, bei denen nicht einmal mehr ein Zwanzigstel der Spermien in Ordnung gewesen sei, hätten allesamt mehr als dreihundert Kilometer in der Woche auf dem Rad trainiert. In diesem Prozentbereich werde gemeinhein von deutlichen Fortpflanzungsproblemen gesprochen.

Vermutet wird, dass die Samen bei den Rennfahrern durch den Satteldruck auf die Hoden sowie die Hitze geschädigt werden, die unter der engen Kleidung und durch die Reibung entsteht. Zudem kämen schlechte Sauerstoffmoleküle als Auslöser in Betracht, die durch örtlich begrenzten Stress entstehen, erklärte Vaamonde.

Die Wissenschaftlerin schlug vor, "Schutzmaßnahmen für die Sportler" zu entwickeln. Neben der Gabe von Oxidationshemmern könnte über ein verändertes Training nachgedacht werden, damit die Rennfahrer sich zwischendurch erholen können. "Oder wir sollten das Sperma von Sportlern vorsichtshalber einfrieren, bevor sie mit dem Intensivtraining anfangen."

Mittel gegen Fruchtbarkeitsprobleme ist simpe

 

Bei der Untersuchung von 118 Australiern mit schadhaften Spermien fanden Ärzte heraus, dass täglicher Sex über den Zeitraum von einer Woche den DNA-Schaden im Sperma zurückgehen liess. Frühere Untersuchungen legen nahe, dass eine höhere Spermaqualität zu höheren Schwangerschaftsraten führt.

Das Forschungsergebnis wurde am Dienstag bei einem Treffen der Europäischen Gesellschaft für menschliche Fortpflanzung und Embryologie (eshre) in Amsterdam vorgestellt. Ärzte an der privaten Fruchtbarkeitsklinik Sydney IVF unter Leitung von David Greening stellten demnach fest, dass bei 81 Prozent der Studienteilnehmer die Zahl der beschädigten Spermien nach sieben Tagen um zwölf Prozent zurückgegangen war. Sie waren von den Ärzten zu täglichem Geschlechtsverkehr aufgefordert worden.

Seit Abschluss der Studie gebe er allen Paaren, die ihn wegen Fruchtbarkeitsproblemen aufsuchten, den Rat, es zunächst mit mehr Sex zu versuchen, sagte Greening. «Einige der älteren Männer schauen ein bisschen besorgt», sagte der Arzt. «Aber die jüngeren scheinen ganz glücklich darüber zu sein.»

27.6.09

Antioxidans schützt Spermien-DNA

 

Spermien sind auf ein Enzym im Nebenhoden angewiesen, um ihre DNA vor Schäden durch reaktive Sauerstoffverbindungen zu bewahren

Während ihrer Reifung sind Spermien besonders anfällig für Schäden durch reaktive Sauerstoffverbindungen. Deshalb benötigen sie Antioxidantien in ihrer Umgebung, um ihre DNA zu schützen. Von besonderer Bedeutung dabei ist ein Enzym im Nebenhoden, berichten französische und deutsche Forscher. Fehlt dieses als Antioxidans wirkende Enzym bei Mäusen, kommt es häufiger zu Fehlgeburten und Missbildungen des Embryos. Die Wahrscheinlichkeit, mit der Spermien durch oxidativen Stress geschädigt werden, nahm bei den Tieren mit dem Alter zu. Auch beim Menschen könnte ein ungenügender Schutz der Spermien durch Antioxidantien die Fruchtbarkeit verringern, schreiben die Wissenschaftler im "Journal of Clinical Investigation".

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass im Nebenhoden gespeicherte Spermien von Mäusen, denen das Gen für die Glutathionperoxidase-5 (Gpx5) fehlt, einem oxidativen Stress ausgesetzt sind", erklären Joel Drevet von der Clermont Université in Aubière und Kollegen. Wahrscheinlich seien die Keimzellen selbst verantwortlich für die Produktion der schädlichen Substanzen. Aufgrund ihres geringen Zellvolumens enthalten sie aber nicht genügend Antioxidantien, um die aggressiven Moleküle unschädlich zu machen. Für diesen Schutz müssen die Zellen des Nebenhodens sorgen. Die Spermien von Mäusen ohne Gpx5-Gen sahen äußerlich normal aus und waren auch in der Lage, Eizellen zu befruchten. Es entwickelten sich daraus jedoch häufiger fehlgebildete Embryonen und es kam öfter zum Abbruch der Schwangerschaft.

Diese Ergebnisse seien auch von klinischer Bedeutung für die Ursache männlicher Unfruchtbarkeit, betont John Aitken von der University of Newcastle in einem begleitenden Kommentar. Zum einen lassen sich mit zunehmendem Alter des Mannes vermehrt DNA-Schäden der Spermien nachweisen, die auf oxidativem Stress beruhen. Zum anderen bestünde eine erhöhte Gefahr für die Gesundheit des Embryos dann, wenn bei einer künstlichen Befruchtung die Methode der intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) eingesetzt wird. Injiziert man nach diesem Verfahren ein Spermium, geschädigt durch reaktive Sauerstoffverbindungen, direkt in die Eizelle, könnte nach der Implantation das Risiko von Fehlentwicklungen ansteigen.

12.4.09

Spermienanalyse: Hyperaktivität hilft Samenzellen bei der Befruchtung

Um in eine Eizelle dringen zu können, bewegen sich Spermien schnell und stark. Ist das Gen für diese Bewegung mutiert, wird eine Befruchtung schwierig. Von diesen Erkenntnissen erhoffen sich Forscher nun ein Medikament zur Schwangerschaftsverhütung - für den Mann.

Die Wissenschaftler waren eigentlich aus einem ganz anderen Grund da: Sie wollten iranische Familien, bei denen eine erblich bedingte Form der Taubheit häufiger vorkommt, genetisch untersuchen. Unter ihren Proben von DNA-Material befand sich auch Ejakulat der Männer, das die Forscher genetisch untersuchten. Dabei entdeckten sie bei zwei Familien eine offenbar erblich bedingte Unfruchtbarkeit, die nach Angaben der Wissenschaftler möglicherweise sogar einen neuen Ansatzpunkt für die Empfängnisverhütung sein könnte.

 

Männliche Samenzellen: Keine Chance ohne HyperaktivitätBei der routinemäßigen Spermienanalyse bemerkten die Wissenschaftler um Richard Smith von der Abteilung für Humangenetik an der University of Iowa City, dass sich die Samenzellen der Männer zu langsam bewegten. Daraufhin analysierten sie die Zellen genetisch - und fanden zwei Mutationen im sogenannten Catsper1-Gen, wie sie in der Fachzeitschrift "American Journal of Human Genetics" berichten. Wie Tierversuche von Forschern der Harvard University zuvor ergeben hatten, ist das Gen unter normalen Umständen dafür verantwortlich, dass sich Spermien vor dem Eintritt in die Eizelle besonders stark und schnell bewegen. Fehlt das Gen, wird eine Befruchtung schwierig.

"Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die Mutation beim Menschen ähnliche Auswirkungen hat wie das Fehlen des Catsper1-Gens bei Mäusen, das die Hyperaktivität von Spermien verhindert", sagte Co-Autor Michael Hildebrand. "Die Identifizierung von Zielen wie das Catsper1-Gen, die eine wichtige Rolle im Fruchtbarkeitsprozess spielen, könnten neue Ansatzpunkte für eine pharmakologische männliche Kontrazeption sein."

Umfragen zufolge wären viele Männer durchaus bereit, ein Mittel zu schlucken, um eine Schwangerschaft bei der Partnerin zu verhindern. Bislang können nur Frauen medikamentös verhüten, indem sie eine Spirale tragen oder die Pille schlucken. Der Mann hat derzeit neben einem Kondom die Möglichkeit einer Sterilisierung, bei der die Samenleiter jedoch durchtrennt werden müssen.

3.4.09

Mutiertes Gen macht Männer unfruchtbar

 

Ein Spermium durchdringt die Eihülle (Schemazeichnung)

Noch immer gibt es keine Pille als Verhütungsmittel für den Mann. Doch der Nachweis eines mutierten Gens als eine Ursache männlicher Unfruchtbarkeit könnte jetzt helfen, diesem Ziel näher zu kommen. Das von amerikanischen und iranischen Forschern identifizierte Gen bewirkt die Produktion eines Proteins, welches die Spermien zum Eindringen in Eizellen benötigen. Wenn es durch eine Art Impfung oder andere Maßnahmen gelingt, dieses Protein zu blockieren, könnten keine befruchtungsfähigen Spermien mehr entstehen, schreiben die Mediziner im "American Journal of Human Genetics".

"Wir haben das Gen CATSPER1 identifiziert, das als Ursache für männliche Unfruchtbarkeit eine Rolle spielt. Das könnte helfen, die Unfruchtbarkeit zu behandeln oder neue Methoden für männliche Verhütung zu entwickeln", sagt Michael Hildebrand von der University of Iowa. Zusammen mit amerikanischen Kollegen und iranischen Medizinern der University of Social Welfare and Rehabilitation Sciences in Teheran ist es ihm durch Genanalysen gelungen nachzuweisen, dass Mutationen im CATSPER1-Gen für männliche Unfruchtbarkeit in zwei untersuchten iranischen Familien verantwortlich ist.

Genetisch veränderte Mäuse, denen dieses Gen ganz fehlte, bildeten Spermien, deren Beweglichkeit eingeschränkt war. Insbesondere waren sie nicht mehr in der Lage, durch "hyperaktive" Beweglichkeit die Hülle der Eizelle zu durchdringen. Nur ein intaktes CATSPER1-Gen sorgt offenbar dafür, dass die Spermien ein für die Hyperaktivität nötiges Protein bilden. Dessen Blockade durch einen pharmakologischen Wirkstoff oder eine Impfung, so die Autoren, könnte eine Verhütung bewirken, ohne Nebenwirkungen auszulösen. Für eine hohe Akzeptanz müsste allerdings sichergestellt sein, dass die Behandlung auf Wunsch vollständig rückgängig gemacht werden kann.

4.1.09

Vatikan-Zeitung: "Pille ist Verschmutzung und macht unfruchtbar"

Die Anti-Baby-Pille hat nach Ansicht der Vatikan-Zeitung „Osservatore Romano" verheerende Auswirkungen auf die Umwelt und die Fruchtbarkeit von Männern. Seit Jahren würden über die Ausscheidungen von Frauen, welche die Pille nehmen, „Tonnen von Hormonen" in die Umwelt gebracht.

So hieß es in einem am Samstag im Organ des Vatikans veröffentlichten Artikel. Verfasser ist der Präsident des Internationalen Verbands der katholischen Medizinervereinigungen, Pedro José Mario Simon Castellvi.

Es gebe ausreichend Daten, die belegten, dass eine Ursache für die schwindende Fruchtbarkeit der Männer in Industriestaaten die Umweltverschmutzung durch die Pille sei, schrieb Castellvi. Die schwindende Fruchtbarkeit wird demnach durch die sinkende Anzahl von Spermien bei Männern deutlich. Castellvi forderte die Hersteller von Anti-Baby-Pillen auf, zu den Auswirkungen auf die Umwelt Stellung zu nehmen. Der Artikel ist der von Ppast Paul VI. inmitten der sogenannten sexuellen Revolution 1968 veröffentlichten Enzyklika „Humana Vitae“ gewidmet.

Darin untersagte die katholische Kirche den Gläubigen die Verwendung von Verhütungsmitteln mit der Begründung, der sexuelle Akt sei nur dann sittlich gut, wenn er der Fortpflanzung diene. Auch Papst Benedikt XVI. hatte anlässlich des 40. Jahrestages der Veröffentlichung der Enzyklika die Ablehnung der Verhütung durch die katholische Kirche bekräftigt.

Damit fährt der Vatikan weiterhin eine strikte Strategie gegen jedwede Form der Familienplanung. In der Enzyklika "Dignitas personae" wurde sich kürzlich noch einmal sehr deutlich gegen die künstliche Befruchtung ausgesprochen.

Die Daten, welche die Unfruchtbarkeit der Männer durch die Pille hervorgerufen beweisen soll, fehlen jedoch und gehören zu gegenwärtigen Stand in das Reich der Mythen und Spekulationen.

7.12.08

Haben intelligente Männer bessere Spermien?

Wissenschaftler aus dem Londoner Kings College haben einen Zusammenhang zwischen der Intelligenz von Männer und Spermien herstellen können. Zumindest statistisch:

Für ihre Studie haben sie 425 ehemalige US-Soldaten untersucht, die am Vietnam-Krieg teilgenommen hatten. Hier habe sich gezeigt, dass die Männer, die besser bei Intelligenztests abschnitten, auch eine bessere Qualität von Spermien in drei Hinsichten haben: eine hohe Konzentration an Spermien, mehr Spermien und solche mit einer besseren Beweglichkeit. Der Unterschied sei nicht groß, aber dennoch statistisch signifikant und zeige sich unabhängig vom Alter und vom Lebensstil, auch von ungesunden Gewohnheiten wie dem Konsum von Alkohol oder Zigaretten.

Das hieße, wenn es tatsächlich den Zusammenhang zwischen höherer Intelligenz und besserer Spermienqualität geben sollte, dass sich die Intelligenten besser reproduzieren könnten, wenn sie dies denn wollen, während die "Dummen" geringere Chancen haben, Nachfahren zu bekommen.

Nach den Wissenschaftlern legt das Ergebnis nahe, dass es – theoretisch – nicht nur eine koevolutionär gewachsene Verbindung zwischen Gehirn und Hoden geben könnte, wie dies Mitautor Allan Pacey von der University of Sheffield sagt, sondern dass es einen den Phänotyp umfassenden Fitnessfaktor geben könnte, der Gesundheit und Intelligenz verknüpft. Das erinnert an "mens sana in corpore sano" und ist aufgrund des mageren Ergebnisses wohl ebenso spekulativ.

Haben intelligente Männer bessere Spermien?

26.11.08

Kleine Spermien sind auch schnell genug

Bei Spermien kommt es nicht allein auf die Größe an: Samenzellen mit längeren Schwänzen sind auf dem Weg zur Eizelle keineswegs generell schneller unterwegs als ihre kleineren Konkurrenten, haben Wissenschaftler aus Großbritannien und Australien herausgefunden.

Vielmehr bestimmt das Größenverhältnis zwischen Kopf und der Länge des Schwanzes die Geschwindigkeit, berichten Stuart Humphries von der Universität in Sheffield und seine Kollegen im Fachmgazin «BMC Evolutionary Biology» (Online-Vorabveröffentlichung).
Die Wissenschaftler werteten in ihrer Arbeit experimentelle Daten aus, die an Spermien von Fischen und Säugetieren gewonnen worden waren. Zudem stellten sie theoretische Betrachtungen zur Physik von Spermien an, in denen unter anderem der Vortrieb und der Widerstand der Samenzelle in einem viskosen Medium einfloss.
Entgegen der intuitiven Annahme sind keineswegs die Spermien mit längeren Schwänzen generell im Vorteil, ergab die Auswertung der Forscher. Diese Fortsätze bewirkten zwar einen größeren Vortrieb, doch werde dies meist dadurch wieder zunichte gemacht, dass Spermien mit langen Schwänzen in der Regel auch größere Köpfe mit dementsprechend großen Widerstand besitzen.
Viel wichtiger als die Größe allein sei das Verhältnis zwischen der Länge des Schwanzes und der Größe des Kopfes, erklärt Humphries. So könnten bei dem Wettlauf um die weibliche Eizelle daher Spermien mit langen Schwänzen und kleinen Köpfen besonders erfolgreich sein. Dieses Verhältnis sei daher eher das entscheidende Kriterium bei der Evolution als die pure Länge des Schwanzes.

30.10.08

Sonnenschein macht Spermien schneller

 

Sonnenlicht sorgt offenbar für fitte Spermien. Denn unter Einwirkung von Sonnenstrahlung bildet der Körper Vitamin D. Ein Mangel an diesem Vitamin könnte mitverantwortlich für Unfruchtbarkeit bei Männern sein, so eine australische Studie.

Die Wissenschaftler einer auf Reproduktion spezialisierten Klinik in Sydney zeigten, dass Vitamin-D-Mangel ein wichtiger Faktor bei männlicher Unfruchtbarkeit ist. Von den knapp 800 untersuchten unfruchtbaren Männern wurde bei über einem Drittel ein Vitamin-D-Mangel festgestellt, so Studienleiterin Anne Clark.

Gut 100 der Männer änderten anschließend ihre Lebensgewohnheiten: Sie setzten sich häufiger dem Sonnenlicht aus und reduzierten zusätzlich den Genuss von Zigaretten, Kaffee und Alkohol, nahmen mehr Vitamine zu sich und speckten ab. Ergebnis: Ihre Spermien hatten hinterher 75 Prozent weniger Schädigungen, so die Forscher. 40 Männer konnten danach sogar Kinder zeugen.

15 Minuten reichen aus
Für die Vitamin D-Produktion müsse gar nicht die Sonne scheinen, ein viertelstündiger Spaziergang an der frischen Luft reiche aus – auch bei bewölktem Wetter –, raten die Forscher.

3.10.08

Spanier sind unfruchtbarer als ihr Ruf

Mehr als die Hälfte der jungen Männer in Spanien verfügt laut einer Studie über Sperma von mangelhafter Qualität und wird möglicherweise Probleme haben, Kinder zu zeugen. Bei der Untersuchung von über 1200 Spermaproben junger Männer zwischen 18 und 30 Jahren sei in 57,8 Prozent der Fälle eine schwache Fruchtbarkeit festgestellt worden, hieß es in einer Erklärung des Marques-Instituts in Barcelona.
Nach Angaben des Instituts, das auf Fruchtbarkeitsbehandlungen spezialisiert ist, werden die Männer damit statistisch gesehen, aber nicht jeder einzelne von ihnen unter Fortpflanzungsproblemen leiden. Laut Ko-Autor Juan Alvarez gibt es bislang keine europäischen Vergleichsdaten.
Die Studie zeigt auch, dass es große Unterschiede zwischen den Spermaqualitäten in den verschiedenen Regionen Spaniens gibt. So seien industrialisierte Regionen am stärksten betroffen. Dabei werde die Spermakonzentration eines Mannes offenbar bereits im Mutterleib beeinflusst. Schädliche chemische Substanzen würden bereits über die Nabelschnur weitergegeben.

24.9.08

Antidepressivum verschlechtert Spermienqualität

Ein verbreitetes Antidepressivum könnte einer US- Studie zufolge die Zeugungsfähigkeit von Männern beeinträchtigen. Ein Team von Wissenschaftlern um Peter Schlegel vom Cornell Medical Center in New York beobachtete in einem mehrwöchigen Test mit 35 gesunden Männern, dass nach der Einnahme des Wirkstoffs Paroxetin vermehrt Erbgutbrüche in den Samenzellen auftraten. Das berichtet das britische Magazin "New Scientist".

Im Durchschnitt sei der Anteil von Spermien mit DNA-Schäden von 13,8 Prozent vor der Einnahme von Paroxetin innerhalb von nur vier Wochen auf 30,8 Prozent geschnellt. Paroxetin gehört zu den als SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) bekannten Antidepressiva. Sie verlangsamen die Spermien auf ihrem Weg durch das männliche Fortpflanzungssystem. Dieser Effekt wird etwa genutzt, um vorzeitige Ejakulation zu behandeln. Schlegel vermutet nun, dass die DNA der Spermien während dieser verlängerten Reise beschädigt wird.

Experten halten einen Anteil von 30 Prozent beschädigter Spermien für klinisch bedeutsam. Die Erbgutbrüche beeinflussten früheren Studien zufolge auch die Lebensfähigkeit von Embryonen, schreibt der "New Scientist": Je häufiger DNA-Schäden an Spermien auftreten, desto seltener entstehen demnach Embryonen. Und diejenigen, die sich bilden, haben deutlich weniger Chancen, sich erfolgreich in der Gebärmutter einzupflanzen.

27.8.08

Sitzheizungen sind Spermienkiller

Immer mehr Autos haben sereinmäßig eingebaute Sitzheizungen Diese scheinen die Spermienqualität nachhaltig zu verschlechtern. Dies geht aus einer Studie der Universität Gießen hervor. Der Fortpflanzungsmediziner Andreas Jung untersuchte bei 30 gesunden Probanden die Folgen einer Sitzheizung auf die Temperatur am Hodensack. Nach einer Stunde auf dem warmen Sitz war die Durchschnittstemperatur auf 37,3 Grad gestiegen - die Spermaproduktion funktioniert aber am besten, wenn die Temperatur dort ein bis zwei Grad unter der gewöhnlichen Körpertemperatur von 37 Grad liegt.

Bei einer Vergleichsgruppe, die eine Stunde auf einem ungeheizten Sitz ausharrte, betrug die durchschnittliche Temperatur 36,7 Grad. Die Forscher untersuchten Qualität und Beweglichkeit der Spermien der Probanden nicht zusätzlich - die Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass der Temperaturanstieg die Spermaproduktion behindert.

Vorangegangene Studien hatten bereits ergeben, dass schon drei Stunden Sitzen - selbst ohne Heizung - die Fruchbarkeit des Mannes beinträchtigen, wobei es dazu ebenso überzeugende Studien gibt, die das Gegenteil zeigen, wie es halt oft so ist in der Wissenschaft

4.8.08

Soja kann die männliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen

Die im Soja enthaltenen Isoflavone wirken wie weibliche Hormone. Daher kann der übermäßige Verzehr von Sojaprodukten oder Isoflavonen kann einer US-Studie zufolge die Qualität des Spermas beim Mann beeinträchtigen. Soja enthält Isoflavone, eine organische Verbindung, die wie weibliche Hormone wirkt und daher offenbar die Produktion von Sperma im männlichen Körper reduziert. "Soja soll in vielen Organen und Geweben wie Östrogen wirken, was für manche Dinge sehr vorteilhaft sein kann, aber sicher nicht für die Sperma-Produktion", sagte Jorge Chavarro, der führende Autor der Studie der Harvard School of Public Health.

Dieser Zusammenhang sei bereits in zahlreichen Studien an Tieren aufgezeigt worden, sagte Chavarro. Seine Arbeit sei die erste, "die einen solchen Zusammenhang bei Menschen feststellt, der dem bei Tieren entspricht". Bei dreimonatigen Tests mit 99 Männern sei festgestellt worden, dass die Zahl der gesunden Spermien mit zunehmendem Genuss von Soja-Produkten abnahm, andere mögliche Faktoren wie Alter, Gewicht, Kaffee, Alkohol und Rauchen seien herausgerechnet worden. Die Männer, die am meisten Soja verzehrt hätten, hätten 41 Millionen Spermien pro Milliliter weniger als, diejenigen Männer, die kein Soja aßen. Ein Mann hat im Durchschnitt 80 bis 120 Millionen Spermien pro Milliliter.

Via: Gesundheit.de

16.7.08

Radfahren gefährdet Männlichkeit

Die Wahl des richtigen Fahrades und der entsprechende Umgang damit ist wichtig, um die Fruchtbarkeit und die Potenz nicht zu gefährden, berichtet der Urologe Vinod Nargund vom Bartholomew's and Homerton Hospitals in London im Urologenfachblatt BJU International.

Die Probleme umfassen demnach genitales Taubheitsgefühl, Erektionsprobleme und Schmerzempfinden und Hautirritationen in der Leistengegend. Männer, die viel Rad fahren, laufen aufgrund starker Temperaturerhöhung in der Beckengegend sogar Gefahr, die Funktion ihrer Spermien zu beeinträchtigen, wobei diesbezüglich in anderen Studien auch beruhigender Aussagen gemacht wurden.

Ein besonders hohes Risiko tragen Mountainbiker: „Studien konnten zeigen, dass sie höhergradige Skrotumabnormalitäten als Strassenradler aufweisen“, berichtet Nargund.

Beim Radfahren ist der Sattel in direktem Kontakt mit dem Damm und dessen darunter liegenden Strukturen“, erklärt der Autor. Der Kontakt finde hinter dem Skrotum satt, wo die Nerven und Gefäße eintreten.

„Die Häufigkeit für Gefühls- und Erektionsstörungen steigt bei Männern, die regelmäßig Radfahren und dabei längere Strecken zurücklegen. Daher ist es wichtig bei langen Strecken Pausen einzulegen“, so Nargund. Eine entscheidende Rolle komme der Auswahl des Fahrrads zu.

„Ein männlicher Radfahrer sollte sein Fahrrad gut kennen und die passende Größe ist besonders wichtig. Zudem ist ein optimaler Pedalwiderstand wichtig. Ist dieser zu hoch, kommt es zu Probleme in der Leistengegend“, so der Urologe. Des Weiteren rät Nargund dazu, die Sattelstellung der Fahrsitzhaltung anzupassen und speziell gepolsterte Sattel und Hosen zu verwenden.

12.7.08

Das Alter der Männer spielt doch eine Rolle

Nicht nur die Frauen müssen ihre biologische Uhr beachten. Das Alter spielt bei der männlichen Fruchtbarkeit eine größere Rolle als bisher angenommen, so berichten jetzt Forscher vom Pariser Centre Eylau pour la reproduction assistée herausgefunden. Schon ab dem 35. Lebensjahr kommt es zu einer deutlichen Reduktion der Erfolgsraten

Das Team von Stephanie Belloc hatte 21.239 sogenannte intrauterine Inseminationen analysiert, bei dem Spermien in die Gebärmutter der Frau gespritzt werden. Um die Befruchtungschancen zu erhöhen, wird das Sperma der Männer im Labor aufbereitet: Samenflüssigkeit und weniger gute Spermien werden abgetrennt.

"Unsere Daten beweisen erstmals, dass es einen starken Effekt des Alters der Männer bei der Erfolgsquote der intrauterinen Insemination gibt", sagte Belloc. Fortpflanzungsexperten wissen schon länger, dass mit zunehmendem Alter der Männer die Zahl der Spermien und ihre Qualität sinken. Einen so unmittelbaren Zusammenhang von Alter und Fruchtbarkeit habe man bislang jedoch noch nicht nachgewiesen, betonten die Forscher. Belloc erklärte, besonders erstaunlich sei, dass Männer ab 35 Jahren das Risiko einer Fehlgeburt erhöhten.

2.12.07

Eine Reihe von genetischen Störungen, d. h. von Veränderungen der Chromosome und Gene können zur Unfruchtbarkeit führen. Mit einer Häufigkeit von 0,2 % in der männlichen Bevölkerung ist hierbei vor allem das Klinefeltersyndrom zu nennen (ca. 70.000- 80.000 betroffene Männer in Deutschland). Hierbei handelt es sich um eine angeborene numerische Chromosomenaberration mit der Chromosomenformel 47 XXY, also einem weiblichen X-chromosom zuviel.


Das Klinefeltersyndrom zeichnet sich durch einen Hochwuchs (oftmals 190-200cm große Männer), stark unterentwickelte Hoden (nur Erbsengröße) und einer Unfruchtbarkeit (Infertilität) aus. Im späteren Erwachsenenalter kommen dann wegen der ungenügenden Testosteronproduktion die klinischen Symptome eines Testosteronmangels (Hypogonadismus) mit Potenz-und Libidostörungen, Osteoporose (Knochenbrüchigkeit) und Muskelschwäche hinzu. Patienten mit Klinefeltersyndrom zeigen auch ein erhöhtes Risiko für Varizen (Krampfadern), Adipositas (Fettleibigkeit), Diabetes und auch für Brustkrebs (20fach erhöhtes Risiko des Mannes, ein Mammakarzinom zu bekommen) sowie für extragonadale Keimzelltumoren.
Die beim Klinefeltersyndrom fast immer vorhandene Infertilität ist keiner Behandlung zugänglich. der später einsetzende Testosteronmangel hingegen ist durch eine entsprechende Hormonbehandlung gut beherrschbar.


Neben dem Klinefeltersyndrom spielen Defekte des Y-Gens eine wesentliche Rolle bei Männern mit Infertilität.


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